Phosphorrückgewinnung aus sekundären und primären Quellen
Phosphorrückgewinnung aus sekundären und primären Quellen 

Unsere Technologie

Wie funktioniert PARFORCE?

PARFORCE ist ein flexibles, umweltfreundliches chemisches Verfahren zur Gewinnung von universell einsetzbarer Phosphorsäure aus verschiedenen phosphathaltigen Einsatzstoffen. Diese können Phosphaterze (Apatit/Rock Phosphate) oder phosphathaltige Produktionsrückstände (Magnesiumammoniumphosphat (MAP)/Struvit, TCP/DCP-Rückstände, Klärschlammaschen etc.) sein.

Auswahl möglicher Einsatzstoffe (Edukte)

PARFORCE besteht aus einer Kerntechnologie "PARFORCE-Core" und – je nach Einsatzzweck und zu verarbeitendem Einsatzstoff – aus einer oder mehreren weiteren vor- oder nachgelagerten bzw. integrierten zusätzlichen Verfahrenskomponenten.

PARFORCE-Core ist ein nasschemisches Verfahren, in dem mittels Salz- oder Salpetersäure der zu verarbeitende phosphathaltige Primär- oder Sekundärrohstoff in einem Aufschlussreaktor chemisch aufgeschlossen wird. Die Aufschlusssuspension wird im Anschluss filtriert und die Phosphorsäure durch einen Membranprozess abgetrennt und aufkonzentriert. Mögliche Verunreinigungen des Eduktes landen zum überwiegenden Teil im abfiltrierten, festen Rückstand. Sie sind dort mineralisch gebunden und können nicht ausgewaschen werden (sog. silikatischer Rückstand). Der silikatische Rückstand kann in der Bauindustrie als Binder bedenkenlos verwendet werden.

Auswahl Produkte des PARFORCE-Verfahrens

PARFORCE mit zusätzlichen Verfahrenskomponenten

PARFORCE-Core  mit integrierter Säurerückgewinnung:

PARFORCE-Core mit integrierter Säurerückgewinnung kann für alle oben genannten Einsatzstoffe verwendet werden. Es wird Salzsäure als Aufschlusssäure verwendet, die durch Rückgewinnung und Aufbereitung im Kreislauf geführt wird. Neben Phosphorsäure entsteht Kalk, der bspw. als Fällmittel in der Abwasserbehandlung benötigt wird. Die Säurerückgewinnung erfolgt über einen energieintensiven Elektrodialyseprozess. Der Einsatz von PARFORCE-Core mit integrierter Säurerückgewinnung ist insbesondere dort von Vorteil, wo viel überschüssige, fluktuierende Erneuerbare Energien – wie Wind und PV – entstehen, ohne dass sie einer anderweitigen, sinnvollen Verwendung zugeführt werden können oder wo die Bedingungen eine kostengünstige Erzeugung von Erneuerbaren ermöglichen. PARFORCE besitzt sehr geringe Anfahr- und Stoppzeiten, so dass sehr geringe Anforderungen an eine kontinuierliche Energieversorgung gestellt werden. 

PARFORCE-Core mit Rückgewinnung der Aufschlusssäure

PARFORCE-Core mit vorgelagerter Eduktvorbehandlung:

PARFORCE-Core mit vorgelagerter Eduktvorbehandlung kann ebenfalls für alle genannten Einsatzstoffe verwendet werden. Die Vorbehandlung kann je nach Edukt ein chemisches oder ein thermisches Verfahren sein und wird eingesetzt, um bestimmte Verunreinigungen der Edukte zu eliminieren und dadurch die Effektivität und Effizienz von PARFORCE-Core zu steigern. Für bestimmte Edukte kann eine Vorbehandlung mit einer Säurerückgewinnung kombiniert werden.

PARFORCE-Core mit chemischer oder thermischer Vorbehandlung der Edukte

Wird beispielsweise MAP/Struvit, das bei der biologischen Phosphatelimination in Klärwerken entsteht, als Eingangsstoff eingesetzt, entfernt eine thermische Vorbehandlung jegliche organischen Verunreinigungen. Die Abwärme der thermischen Vorbehandlung wird als Prozesswärme und das ausgetriebene Ammoniak zur pH-Wert-Einstellung direkt in PARFORCE-Core genutzt. Bei MAP/Struvit, das mit Salzsäure aufgeschlossen wird, entsteht bei PARFORCE-Core Magnesiumchlorid, das wiederum bei der biologischen P-Elimination als Fällmittel eingesetzt wird. Eine Säurerückgewinnung ist in diesen Fall nicht möglich, da die Säure vollständig in das Nebenprodukt überführt wird. 

PARFORCE-Core mit nachgelagerter Kristallisation:

PARFORCE-Core mit nachgelagerter Kristallisation kommt dann zum Tragen, wenn als Aufschlusssäure Salpetersäure zum Einsatz kommt. Hierbei entsteht als Nebenprodukt der Phosphorsäuregewinnung Calciumnitrat, das als Grundstoff insbesondere in der Erzeugung hochwertiger Düngemittel verwendet wird. Auch in dieser Verfahrensausprägung können alle oben genannten Primär- und Sekundärrohstoffe als Edukte genutzt werden. 

PARFORCE-Core mit nachgelagerter Kristallisation

PARFORCE im Überblick:

Kombinationsmöglichkeit von PARFORCE-Core mit weiteren Verfahrensstufen aufgeschlüsselt nach Eduktart und Aufschlusssäure
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