Phosphorrückgewinnung aus sekundären und primären Quellen
Phosphorrückgewinnung aus sekundären und primären Quellen 

Unsere Werte

"Eine Welt ohne Ressourcenvergeudung"

Die Menschheit verbraucht tagtäglich Ressourcen dieser Erde. Einige Ressourcen regenerieren sich, andere nicht. Das "Global Footprint Network" errechnet jedes Jahr den sogenannten "Weltüberlastungstag". Dies ist der Tag im Jahr, an dem die menschliche Nachfrage an natürlichen Ressourcen die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen übersteigt und ab dem eine "ökologische Verschuldung" entsteht. Dieser Tag rückt jedes Jahr, insbesondere durch den wachsenden Ressourcenverbrauch der entwickelten Industrieländer, immer weiter nach vorn. Gleichzeitig werden nicht regenerierbare Ressourcen, wie fossile Brennstoffe und Mineralien, verbraucht, ohne deren Endlichkeit hinreichend im Fokus zu haben.

Wir möchten einen Betrag leisten, dies zu verändern.

Am Institut für Technische Chemie an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg haben wir das PARFORCE-Verfahren entwickelt, um das für alle Lebewesen lebensnotwendige Phosphor einem geschlossenen Stoffkreislauf zuzuführen. Große Teile des in Deutschland in Haushalten und Industrie verbrauchten Phosphors gelangt ins Abwasser und wird durch fehlende ökologische und fehlende wirtschaftliche Rückgewinnungsverfahren einem Stoffkreislauf entzogen und damit vergeudet. Unser Verfahren wird dies ändern. Phosphor ist für uns nur der Anfang.

Zur Bedeutung von Phosphor:

Phosphor ist ein für alle Lebewesen lebensnotwendiger, wichtiger Mineralstoff, der für den Aufbau von Zellwänden benötigt wird und als Teil der DNS für die Struktur der Erbsubstanz in Zellen verantwortlich ist. Phosphor wird beim Menschen über die Nahrung in Form von Phosphaten aufgenommen und insbesondere durch den Urin wieder abgegeben. Pflanzen benötigen Phosphor in einer pflanzenverfügbaren Form für ihr Wachstum. Phosphor wird jedoch auch in der Industrie für verschiedenste Anwendungen in großen Mengen benötigt. Neben dem Einsatz in der Düngemittelproduktion für die Landwirtschaft findet er Eingang in unsere Nahrungsmittel als Zusatzstoff oder auch als Korrosions- und Flammschutzmittel sowie in Reinigungsmitteln.

 

Es gibt nur wenige Phosphatlagerstätten weltweit. Das größte Vorkommen von Phosphaterzen (Rock Phosphate oder Apatit) befindet sich in Marokko. Der Abbau von Apatit bzw. die Produktion von Phosphorsäure erfolgt im Ausland oftmals unter sehr fragwürdigen und ökologisch bedenklichen Methoden.

In der Chemiefabrik in Safi wird Phosphat verarbeitet; die Abwässer fließen direkt ins Meer. (Bild: Kristen Pelou)
Abfälle der Phosphat-Fabrik vor Safi (Bild: kuestenblog.weltraumsofa.de)

In Deutschland wie auch in anderen Ländern gelangen große Teile des verbrauchten Phosphates durch die Nahrungskette und durch den Einsatz von phosphathaltigen Produkten in Haushalten und Industrie ins Abwasser und werden dort in Kläranlagen im Klärschlamm ausgefällt. In der Vergangenheit wurden Klärschlämme zur Düngung auf die Äcker und Felder ausgebracht. Diese Form der Nährstoffrückführung ist jedoch auf Grund der starken Belastung mit organischen und nicht-organischen Schadstoffen (z. B. Medikamentenrückständen und Schwermetallen) äußerst problematisch und eine bodenbezogene Verwertung ist nur noch sehr begrenzt zulässig. Klärschlämme werden aus diesem Grund überwiegend thermisch verwertet und die Aschen auf Deponien entsorgt. Weiterhin ist das im Klärschlamm gebundene Phosphat in Form vom Eisen- oder Aluminiumphosphat für Pflanzen nicht verwertbar. Damit werden erhebliche Mengen des benötigten Phosphates einem Kreislauf entzogen und vergeudet. 

"Wir machen Nachhaltigkeit wirtschaftlich"

Wir wollen aktiv Verantwortung für die Umwelt und für nachfolgende Generationen übernehmen und unseren Beitrag leisten unsere Erde zu erhalten.

Industrie und Gewerbe sind intensivem globalen Wettbewerb ausgesetzt. Der Kostendruck zwingt häufig Unternehmen dazu, Sekundärrohstoffe als Abfälle zu deponieren oder einer minderwertigen Verwertung zuzuführen, um gesetzliche Auflagen zu erfüllen. 

 

Wir bieten eine Alternative an, indem wir durch Forschung und Entwicklung von Technologien und Verfahren effektivere Lösungen finden. Innovation treibt uns an, Nachhaltigkeit wirtschaftlich zu machen. Recycling bzw. Rückgewinnung von Rohstoffen soll lohnender werden als deren Entsorgung und wir möchten somit dazu beitragen, einen Schritt in Richtung "Zero Waste"-Economy zu ermöglichen.

PARFORCE-Gründerteam (Foto: Detlev Müller)

Mit Lösungen, die sich in die Zwänge des Wettbewerbes der Industrie einfügen und die gesellschaftliche Realitäten anerkennen, kämpfen wir gegen eine unnötige Ressourcenverknappung und gegen einen entbehrlichen Umweltverbrauch. 

 

Unser Verfahren erzeugt aus phosphathaltigen Abfällen universell verwendbare Phosphorsäure ohne dabei problematische Abfälle zu erzeugen. Einsatzstoffe, die wir für unser Verfahren benötigen, werden entweder im Kreislauf geführt oder erzeugen hochwertige Nebenprodukte, die ebenfalls helfen Rohstoffquellen zu schonen. Damit ermöglichen wir durch unsere Technologie, dass Nachhaltigkeit wirtschaftlich wird.

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