Phosphorsäuregewinnung aus sekundären und primären Quellen
Phosphorsäuregewinnung aus sekundären und primären Quellen 

Wie funktioniert unsere Technologie?

Die PARFORCE-Technologie ist ein flexibles, umweltfreundliches chemisches Verfahren zur Gewinnung von universell einsetzbarer Phosphorsäure durch Veredelung von phosphat­haltigen Wertstoffen oder durch Verwertung von phosphathaltigen Abfällen.

Einsatzstoffe können Phosphaterze (Apatit/Rock Phosphate) oder phosphathaltige Produktions­rückstände wie beispielsweise Struvit/Magnesiumammoniumphosphat (MAP), Tri-/Di-Calcium­phosphate, Klärschlammaschen etc. sein.
 

PARFORCE besteht aus einer Kerntechnologie "PARFORCE-Core" und – je nach Einsatzzweck und zu verarbeitendem Einsatzstoff – aus einer oder mehreren weiteren vor- oder nachgelagerten bzw. integrierten zusätzlichen Verfahrenskomponenten.

PARFORCE-Core ist ein nasschemisches Verfahren, in dem im ersten Prozessschritt mittels Salz- oder Salpetersäure der zu verarbeitende phosphathaltige Primär- oder Sekundärrohstoff in einem Aufschlussreaktor chemisch aufgeschlossen wird. 
 

Die Aufschlusssuspension wird in einem zweiten Schritt filtriert und die Phosphorsäure in einem dritten Prozessschritt durch einen Membranprozess abgetrennt. Im Anschluss erfolgt als vierter Schritt die Konzentration auf 75% bis 85% (handelsüblicher Standard).

 

Unser Anspruch ist es, einen Grundstoff in Primärqualität in nahezu geschlossenen Kreisläufen zu erzeugen, d.h. das Erzeugnis ist einem Primärgrundstoff in den Qualitätsmerkmalen gleichwertig oder gar besser und bei der Herstellung entstehen keine Abfälle zur Entsorgung.

 

Die Variabilität unseres Verfahrens erlaubt durch eine entsprechende Verfahrensauslegung die gezielte Erzeugung von Nebenprodukten. So kann bspw. durch die Variation der Aufschlusssäure entweder die im Verfahren eingesetzte Säure zurückgewonnen oder Calciumnitrat, das u.a. als Grundstoff in der Düngemittelindustrie verwendet wird, erzeugt werden.

 

Bei der Veredelung von Magnesiumammoniumphosphat – auch Struvit genannt (Rückstand der Schlammbehandlung in Kläranlagen) – entsteht als Nebenprodukt Magnesiumchlorid, das als Magnesiumquelle für die Struvit-Kristallisation im Klärwerk wieder verwendet werden kann und somit den Stoffkreislauf schließt.
 

Struvit ist mit der PARFORCE-Technologie ein relativ einfach zu veredelnder Einsatzstoff. Mit unserem „erweiterten PARFORCE-Ansatz“ kann dieser auf der Kläranlage gewonnen werden. Mit dem „erweiterten PARFORCE-Ansatz“ wird eine Alternative zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammaschen geschaffen.
 

Die PARFORCE-Technologie wird auf die jeweiligen spezifischen Bedingungen und Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten. Jedem unserer Konzepte zur Lösung der P-Rückgewinnung geht stets eine solide, wissenschaftlichen Standards folgende Untersuchung mit Labor- und Demonstrationsversuchen voraus. Planungen basieren auf technisch-wirtschaftlichen Machbarkeitsstudien.
 

Das Verfahren verwendet Standardkomponenten aus dem Anlagenbau, die im industriellen Maßstab in der Regel von verschiedenen Anbietern in vergleichbarer Qualität gefertigt und geliefert werden können. Risiken aus der Entwicklung neuer Anlagentechnik bestehen somit nicht.

Was ist der "erweiterte PARFORCE-Ansatz"?

Der „erweiterte PARFORCE-Ansatz“ setzt bereits auf der Kläranlage an und bietet für Kläranlagenbetreiber, die Phosphor durch biologische Prozesse aus dem Abwasser entfernen, eine Lösung zur Beseitigung von Betriebsproblemen durch Inkrustationen oder hohen Rückbelastungen.
 

Unter bestimmten Voraussetzungen stellt der „erweiterte PARFORCE-Ansatz“ auch eine Alternative zur Phosphor­rückgewinnung aus Klärschlammaschen dar.
 

Der „erweiterte PARFORCE-Ansatz“ ist zum Patent angemeldet und stellt eine intensivierte Struvitabscheidung während der Schlammbehandlung dar. Es werden bekannte Verfahrensprinzipien wie Desintegration und Struvitkristallisation adaptiert und in einer besonderen Anordnung derart kombiniert, dass eine Entfrachtung von bis zu 2/3 des im Schlamm enthaltenen Phosphors erreicht wird.
 

Die Struvitkristallisation erfolgt nicht im Faulschlamm, wie bei den meisten Struvitverfahren, sondern in der Flüssigphase vor der anaeroben Schlammbehandlung und erlaubt eine sehr effektive Abtrennung der Struvitkristalle, die auch mikrokristallin vorliegen können. Das entscheidende des „erweiterten PARFORCE-Ansatzes ist, dass er durch eine spezielle Verfahrensführung eine sehr hohe P-Rücklösung aus dem Feststoff und eine sehr effektive Fest-Flüssig-Trennung von desintegriertem Überschussschlamm erreicht.
 

Ob diese Option für Ihre Kläranlage umsetzbar ist, untersuchen wir in Laborversuchen und testen den Ansatz auf der Kläranlage mit unserem Versuchscontainer im Teilstrom.

Der „erweiterte PARFORCE-Ansatz“ kann auch in eine bestehende Schlammbehandlungsstrecke, die bereits eine Desintegration und Struvitkristallisation besitzt, integriert werden.

[RL] 15.04.2021, 11:58 Uhr

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